Sonntag, 22. Juni 2014

"Ich habe heute leider kein "Danke" für dich!"

Hallo ihr Lieben,

ich hätte nie gedacht, dass ein "Dankeschön" so viel Diskussionen auslösen kann. Ehrlich.

Nachdem ich letztes Jahr auf meinem ersten Bundesparteitag war und der BuVo dort entlastet wurde, war ich echt geschockt, dass es kein "Danke" der Basis gab. Das tut man einfach. Immer. Dazu später mehr.

Die @fidelisamica und ich hatten den Abend vor der Kommunalwahl bei lecker Bierchen bisschen gequatscht. Auch über dieses besagte "Danke" an den BuVo.

Sasa hat dann den Stein ins Rollen gebracht, ein Pad eröffnet und angefangen Leute anzuschreiben und gefragt ob sie sich an einem "Danke" beteiligen wollten. 

Im Grunde eine gute Idee aber ich finde es doof, dass sich einzelne Leute da zusammen tun und ein Danke sagen wollen und eine Kleinigkeit überreichen wollen. 
Es gehört sich, dass die ganze Basis "Danke" sagt. 
Diese oben genannte Aktion ist am Ende eine eher personenbezogene Aktion, die wieder viel Diskussion auslösen könnte.
Also haben wir mit einigen Leuten im Pad diskutiert die Landesvorstände zu fragen, ob sie sich an einem "Danke" beteiligen wollen.

MEIN Gedanke war einfach: Der LaVo vertritt einen Landesverband. Alle 16 Landesverbände = der Bund. Also sagt die ganze Basis danke indem der Landesverband einige Euros gibt.

Im Nachhinein ist es vielleicht sogar eine Aufgabe der BPT-Orga sich darum zu kümmern?!
Ich weiß es nicht. Vielleicht sollten wir darüber reden und es fest verankern. 

Im Dezember hatten wir einen BuVo gewählt, von dem viele angetan waren.
Es gab uns allen einen positiven Schubs.
Im Grunde wurde gute Arbeit geleistet - sie gefällt nur nicht jedem. Aber kann ein BuVo es immer jedem recht machen?

Ich glaube, alle haben ihr bestes gegeben. Es ist schwer eine breite Masse zu vertreten und ein Statement o.ä. zu finden, das jedem gefällt.
Das klappt nicht - aber das ist ok. Das gehört dazu.
Es ist vieles schief gelaufen. Daher ist es nur fair dann zu sagen:

"Danke für eure Arbeit und eure Zeit die ihr geopfert habt. Es war eine schwierige Zeit aber ihr habt versucht euer bestes zu geben. Nicht jedem haben eure ganzen Entscheidungen gefallen aber das ist normal und okay. *Blumen überreich*"

Kritik und Verbesserungsvorschläge kann jeder selber von sich geben. Aber bitte vernünftig.
Viele haben das gemacht - eher unvernünftig. Kein Danke Dafür.

Was ich um dieses ganze "Danke" noch total bescheuert finde:

An diverse LaVos wurde der Antrag gestellt, sich bei dem "kBuVo"(!) zu bedanken. 
(Meinem aktuellen Wissenstand nach:)
NRW hat abgelehnt.
BW und Sachsen zugestimmt.

Ich.. also..ähm. 
Das ist beides lustig:
NRW will dem kBuVo nicht danke sagen, weil viele in NRW deren Entscheidungen kritisiert haben. 
BW und Sachsen will nur dem kBuVo danken, weil sie sich weiter den Arsch aufgerissen haben und dem restlichen scheibar nicht, weil die total doof waren.

Es geht aber nicht darum ob euch oder der Basis gefällt was die gemacht haben.
Wie oben gesagt. Man sagt dann entsprechendes. 
Das wissen die selber.

Es ist auch nicht die feine Art zu sagen "Nö, wir sagen nicht danke" das ist unfair und das falsche Signal. 
Ich sage dem NRW LaVo ja auch nicht nicht Danke, nur weil diese diesen Antrag abgelehnt habt - oder weil sier hier und da doofe Entscheidungen getroffen haben. 
 
Jeder Vorstand reißt sich den Arsch auf, alle investieren Zeit und zeigen ihre Gesichter der Öffentlichkeit. Am Ende war es deren Entscheidung, natürlich.

Aber ich bedanke mich dafür bei euch. Weil ich es womöglich nicht tun würde und es irgendwen braucht der das tut.

Ich bitte euch alle darüber nachzudenken.
Ein Danke gehört sich. Immer. Da hat jemand einen Job erledigt und beendet seine Amtszeit. Hierfür sollten wir als Partei lernen einfach Danke zu sagen. Ob wir mit der Arbeit immer so einverstanden waren, spielt erstmal eine untergeordnete Rolle. Ein "Danke" tut nicht weh und ist eine Wertschätzung für geleistete Arbeit und investierte Zeit. 

Wie das dann abläuft, ist (mir) eigentlich egal. Ob es beim BuVo dann eben die Landesvorstände sind oder die BPT-Orga. 
Hauptsache, es nimmt jemand stellvertretend für die Partei in die Hand.

Sasa hat nun mit der Bundesgeschäftstelle gesprochen. Dort besorgt noch jemand Blumen und dazu wird noch was besorgt und die Orga ist auch mit einbezogen. 

Wir dürfen aber neben den Vorständen nicht alle anderen vergessen.
Alle, die im Hintergrund arbeiten und Sachen funktionieren lassen.
Sagen wir doch auch diesen Menschen einfach mal Danke.

Ich schäme mich dafür, dass hier immer nur gemeckert wird und nicht mal "Danke" gesagt wird, dass nicht ordentlich kritisiert wird sondern bei Fehlern immer drauf gehauen wird.
 
Wir müssen da mal was tun und vielleicht muss mal jeder sich selber reflektieren.
Habe ich schon mal danke gesagt?
Ist das alles so selbstverständlich?
 
Und jetzt steht auf oder nehmt das Telefon in die Hand oder die Tastatur unter die Hände und schreibt einer oder zwei oder drei oder vier oder fünf oder... Person/Personen "Danke".
Vielleicht einer Person, der ihr noch nie "Danke" gesagt habt. 
Ladet wen auf ein Bier ein. 
Gebt jemanden eine Umarmung oder ein offenes Ohr. 

Ohne diese vielen Menschen die da so viele Dinge tun, würden wir in keinem Rat oder Landtag sitzen, wir würden noch unkoordinierter durch unsere Partei irren und keine Parteitage haben geschweige denn irgendwelche Tools.
Irgendwann würde sich jemand hinsetzten und das machen, so, wie das vor ein paar Jahren gemacht wurde.
Aber dieser jemand steckt da eine Menge Arbeit rein. 

Bedankt euch. Richtig. Nicht in einer Liste, die ihr unterzeichnet. Sondern in einem Gespräch. Vielleicht sogar am Wochenende in Halle?!

Danke für eure Aufmerksamkeit.
 

Freitag, 20. Juni 2014

Zwei Blogs? Zwei Blogs!

Hallo,
mein Name ist Sandra oder auch Saendralein oder auch Sandra Ja.
Und ich habe nun zwei Blogs.

Zwei Blogs? Zwei Blogs!
Warum? Darum!

Auf www.saendralein.de findet ihr folgende Maske:




Ich möchte Privates und Politik trennen. Ich möchte aber vor allem auch Euch die Gelegenheit geben, zu entscheiden, was ihr von mir lesen wollt. 
Unter anderem darum, weil ich viele Follower habe, die mir nicht wegen der Piraten folgen - sie sind mir bereits vor den Piraten gefolgt.

Unter "Sandra Ja" findet ihr politiches Zeug. Sandra Ja ist mein fast vollständiger Name, den ich nicht Preis geben möchte. Irgendwann werde ich das womöglich machen müssen. Aber bis dahin ist noch Zeit. Lange Zeit. 
Unter "Saendralein" findet ihr mein privates Zeug und alles andere. Dafür suche ich noch einen anderen Namen. Aber das "kannnochJahredauern" <-- übrigens eine Idee dafür. Weil ich für Entscheidungen lange brauche. Grundsätzlich. 

Interessiert Ihr Euch eben nur für meine private Seite, dann lest nur das, was ich unter Saendralein veröffentliche. Interessiert Ihr Euch nur für meine politischen Blogposts, lest ihr nur Sandra Ja.
Unten im Feed ist beides zu finden in der Reihenfolge der letzten Posts.

Ich möchte Politik und Privates trennen. 
Das sind zwei Paar Schuhe. 
Das ist wie Job und Privates zu trennen. 
Das macht man auch. 
Mir ist das wichtig.

Man kann Politik und Privates nicht immer trennen. Natürlich nicht. Das ist schwer. 
Auch weil, wie ich finde, ein Politiker es ausmacht zu zeigen, dass man ein normaler Mensch ist.

Trotzdem möchte ich Dinge als Privatmensch sagen können ohne, dass es es direkt auf mein Partei zurück fällt. Weil ICH das sage und nicht alle anderen Piraten gleicher Ansicht sind. 
Wieso soll ich nur noch als ein Mensch einer Partei gesehen werden, wenn ich in einer Partei bin?
Man trägt Verantwortung. Natürlich. Trotzdem sollte man Dinge auch als Privatmensch sagen dürfen.

Ich wünsche mir das nicht nur für mich, sondern für alle andere. 
Was hat das mit Politik oder der Partei zu tun, wenn ein Mensch aus der Politik privat etwas zu heftig feiert und dann irgendetwas peinliches passiert? Hinfällt zum Beispiel. Genau: nichts!

Auf Twitter z.B. habe ich zwei Listen: Einmal nur Politik und einmal alles andere. 
Wenn ich keine Lust auf Politik habe, lese ich nur die andere Timeline. 
Das kommt in letzter Zeit öfter vor.

Es ist meine Entscheidung, was ich der Welt preisgebe. Und das tue ich auf Twitter und meinem Blog. Informationelle Selbstbestimmung.
Ich erzähle euch viel. Glaubt ihr. Ich erzähle euch vieles nicht. Das weiß ich.

Ich finde es ok, wenn interesse an meinem Privaten da ist. Das interessiert mich bei der ein oder anderen Person des öffentlichen Lebens auch.
Ich finde es ok euch zu erzählen wenn ich mal nicht so gut drauf bin, ich verletzt wurde oder geweint habe. Das macht mich als Mensch ja eben aus. 
Ich entscheide aber selber, wann genau ich das tue und auch auf welchem Blog. Es gibt Dinge die sind für die Politik einfach total unbedeutend. 

Die Trennung funktioniert in unserer Gesellschaft heute nicht, morgen wird  das auch nicht passieren und nächtes Jahr auch nicht - aber vielleicht irgendwann mal. Das wäre schön.

Freitag, 23. Mai 2014

Wahlplakate: Ist das sinnvoll oder kann das weg?

 "Der beste Platz für Politiker ist das Wahlplakat. Dort ist er tragbar, geräuschlos und leicht zu entfernen."
– Loriot"
Wo Loriot recht hat, hat er recht.
Plakate gibt es schon lange.
„Das Spannende ist: Das Plakat ist gar kein so modernes Mittel, wie man annehmen würde. Schon in der Antike gab es Vorläufer, als Kommunikationsform taucht es auch im 16. Jahrhundert in den Niederlanden auf, und zwar bereits für politische Zwecke. Während des Befreiungskrieges gegen Spanien schrieben die Spaniengegner ihre Proteste auf große Zettel, auch bereits mit großen Lettern, und "plakten" sie dann überall an die Wände. Deswegen nannte man sie "Plakatten" – der Ursprung unseres Wortes "Plakat".“ [1]
Hier kann man sich „Wahlwerbung im Wandel der Zeit“ ansehen.
Erste Berührung
Wenn ich an ein "Meer aus Plakaten" denke, denke ich immer an dieses Bild, wobei das „Meer aus Plakaten“ dieses Jahr noch eine ganz andere Bedeutung bekommen hat.
Bild Münster4Life
Landtagswahlen 2012.
Das ist total an mir vorbei gegangen. Ich habe mich erst ein Jahr später mit Politik beschäftigt.

Plakatierung revolutionieren?

Wir haben das Jahr 2014. Am Sonntag sind Kommunal- und Europawahlen.
Zwei Wahlen. Zwei Plakat-Designs - pro Partei.
Jetzt hängt alles voll und zerstört das schöne Stadtbild und nervt Menschen.
Bild: Westfälische Nachrichten

Spannend ist dieses Video hier aus Bochum welches die ganzen Wahlplakate zur Bundestagswahl zusammenzählt. http://www.bochumschau.de/wahlwerbung-wahlplakate-wahn-wald-bochum-2013.htm
Ich glaube, wir sollten mit der Zeit gehen. Ich kenne überwiegend nur Menschen, die die Plakate nerven.
Das zeigt auch eine aktuelle Umfrage der Westfälischen Nachrichten Münster.
Quelle: http://www.wn.de/Muenster/1568706-Behindernde-Werbung-Radfahrerin-verletzt-sich-an-Wahlplakat Stand der Umfrage: 23.05.2014 2:25 Uhr
Keinen Politikverdrossenen wird man mit Plakaten an die Politik locken können.
Man kann auch keinen Vegetarier mit Fleisch in ein Restaurant locken.
Der Wahlkampf findet nun parallel auch immer mehr im Internet statt. 
Da machen die Parteien fürchterlich lustige Wahlwerbespots.
Ich finde aber, dass das Plakatieren revolutioniert werden muss.
Ich glaube Plakate sind ein elendes Leid, was man einfach weiter mit sich rumschleppt.
Wie ein Klotz am Bein - weil man den einfach immer dabei hat. Es machen ja alle und man hat es schon immer so gemacht.
Erst mal kann ich aus eigener Erfahrung sprechen:
Mich hat natürlich kein Wahlplakat überzeugt.
2012 war ich glaube ich auch nicht gerade angetan von den Plakaten. Auch, weil ich mich dafür noch nicht interessiert habe.
Zu den Piraten bin ich ganz ohne Plakate gestoßen.
2013 habe ich Plakate selber mit auf- und abgehangen. Es war so nervig. Wir lassen das keine Agentur machen.
2014 bin ich nach wie vor genervt. Ein Plakatenmeer. Diverse Parteien plakatieren das gleiche Plakat an zehn Bäumen. Hintereinander. 
Leere Versprechen hängen da einfach so rum.
WIR BRAUCHEN MEHR LATERNEN UND BÄUME.
In meinem Heimatort aber, wo es keine Piraten gibt, muss ich mich andersweitig umsehen. Da habe ich die Plakate für ein Basiswissen auch genauer unter die Luppe genommen. Zwei Parteien würden in Frage kommen. Alle anderen anhand der Wahlplakate nicht. 
Wieso wundern, wir uns eigentlich, wenn Plakate zerstört werden?
Ich will niemanden dazu aufrufen, noch finde ich das super toll, aber wenn man sich nun in die Lage eines Menschen versetzt:
Plakate nerven: Plakate müssen weg.
Plakate sind sinnlos: Plakate müssen weg.
Plakate haben keinen Inhalt: Plakate müssen weg.
Partei X hat alles noch schlimmer gemacht: Wut wird ausgelassen.
Abgerissene Plakate liegen auf dem Boden und stören Auto und Radfahrer.
Und belasten die Umwelt. Oder verletzen eine Radfahrerin.
Plakate kosten Geld, Zeit und Energie.
Doch: Sollten Plakate gar nicht mehr eingesetzt werden?
Die Idee fand ich ja erst sehr sehr gut. 
Aber durch das nicht aufhängen der Plakate bekommt der ein oder andere Mensch gar nicht nicht, dass Wahlen sind.
Kleine Parteien, die sowieso eher im Unter/Hintergrund sind wie die UWG oder die ÖDP, haben überhaupt keine Chance irgendwie auf sich aufmerksam zu machen oder eher eine viel viel geringere.
CDU, SPD, FDP, Linke, Grüne – vielleicht auch noch Piraten - Kennt man -Weiß man - Wählt man.
Meine Alternative zu den Plakaten an Laternen und Bäumen sind sogenannten „Sammelständer.“
 
 
Eine schöne Alternative wie ich finde. Die Stadt baut die Teile vor der Wahl auf und nach der Wahl wieder ab. Die Parteien kleistern ihre Plakate selber dran (oder ihre Agenturen).
Jede Partei hätte gleiche Chancen zu plakatieren.
Das Stadtbild wird nicht zerstört.
Die Kosten sind geringer.
Papier wird nicht in hohen Massen verbraucht. 
Sie können ggf. überklebt/sprayt (wie jetzt auch) aber nicht so leicht abgerissen werden und sie behindern keine Fahrbahn oder die Sicht auf Straßenschilder oder ähnliches.
Wenn das kleine bisschen ordentlich vom Ordnungsamt kontrolliert wird, kann so was auch nicht mehr passieren:
Eine weitere kostengünstige Möglichkeit Großplakate aufzuhängen, sind Planen und Bauzäune. 
Kleine Parteien mit weniger Geld kommen auf gute Ideen.
Man nehme einen Bauzaun, lässt eine Plane bedrucken und hängt es dann an den Bauzaun. 
Das tolle: man kann sie auch wieder benutzen. In anderen Wahlkämpfen. 

Das "Auseinandersetzen" mit dem Plakat 

Ich möchte auf die Fragen von Ulrich Gelsen antworten: 
„Es ist wieder soweit. Wahlkampf. Und woran erkannt man, dass Wahlkampf ist? Natürlich an den Plakaten. Sie sind das sichtbarste Zeichen. Und leicht zu zerstören. Warum machen Menschen das? Hat das einen Sinn?“
Es ist womöglich blinde Wut die sie auslassen.
Ich zitiere mich selber:
„Plakate nerven, Plakate müssen weg.
Plakate sind sinnlos, Plakate müssen weg.
Plakate haben keinen Inhalt, Plakate müssen weg.
Partei X hat alles noch schlimmer gemacht, Wut wird ausgelassen.“
Es ist eine Art Auseinandersetzung mit der Politik bzw. der Partei, ohne dirket auf einen Menschen anzutreffen und elendes Geschwätz ertragen zu müssen.
Oft werden Plakate auch beschmiert oder bemalt.
Ich sehe das als Feedback – auch wenn es Vandalismus ist. Die Plakate die da hängen gehören immer noch der Partei. 
Ich mag dazu keinesfalls aufrufen.
Ich würde das, was andere Zerstörung von Plakaten nennen, in vier Kategorien aufteilen:
1) Kunst
2) Kritische Auseinandersetzung
3) Beschmieren
4) Zerstören
Kategorie 2 gefällt mir am besten, ich finde das total spannend.
Kunst ist schön.
Beschmieren und zerstören eher doof.
Ich will euch im Folgenden mal zeigen, was ich in welche Kategorie packen würde. Natürlich kann man einiges von 1) und 2) auch zu beschmieren packen. Trotzdem ist es eine kritische Auseinandersetzung. 
Manch einer mag das alles ganz anders einsortieren und weiter hin als Vandalismus abstempeln. Auseinandersetzung hin oder her.

Freitag, 2. Mai 2014

Bunt statt braun - #BlockaDO 1. Mai 2014

Bunt statt braun - #BlockaDO 1. Mai 2014 Nazis sind doof. Das wissen alle. Nur die Nazis selber nicht!
Sandra: Ich war heute auf meiner ersten Nazi-Gegendemo. Also, auf meiner ersten richtigen. Ich habe letztes Jahr in Münster gestanden, als der NPD Truck da war und auch in Gelsenkirchen. Aber diese 8 NPD'ler kann man nicht mit über 400 Nazis vergleichen. Und ich war bei "Kein Meter den Nazis" in Münster. Da aber eher Beobachterin, weil ich meinen Ex-Freund begleitet hat, der ein kleines Video dazu gedreht hat. Ich habe ja immer ein bisschen Angst, wenn ich auf Hundertschaften treffe(n muss). Man sieht ja immer Bilder. Weil irgendwie niemand aus Münster nach Dortmund gefahren ist, habe ich mich Daniel Düngel, Torsten Sommer, Olaf Wegner und David Grade angeschlossen. Menschen, die ich kenne. Es ist wichtig, den Nazis Wiederstand zu zeigen. Diese Menschen haben hier und auch überall anders keinen Platz.
Daniel: 1. Mai, der Tag an dem traditionell die Gewerkschaften den Tag der Arbeit feiern. Seit Jahren aber auch traditionell der Tag an dem Faschisten auf die Straße gehen um ihre hirnrissigen Forderungen abzusondern. Für mich seit Wochen klar: ich werde bei den Gegendemonstrationen dabei sein. Ich entschied mich für Dortmund, weil Dortmund als Nazihochburg gilt und viele Faschisten zu erwarten waren. Nicht zuletzt aber auch, weil die Piratenpartei die Gegenveranstaltung und damit das Bündnis BlockaDO unterstützen. Warum die Unterstützung richtig und wichtig war, werde ich nochmal in einem separaten Blogpost verarbeiten.
Gegen 11:30 Uhr sind wir am Dortmunder Hauptbahnhof mit der S-Bahn Richtung Westerfilde gefahren. Überraschung. Durch die Blockade am Gleis hielt der Zug da nicht (Was uns klar war) aber wir hofften, dass wir eine Station davor oder danach hätten aussteigen können. Satz mit X war wohl nichts. Der Zug hielt in Mengede wo am Bahnhof vereinzelt Polizisten standen. Nach dem wir vergebens einen Bus auf dem Fahrplan gesucht haben, haben wir ein Taxi gesucht und haben vor der Polizeiwache zwei Nazis gesehen. Beobachter. Der Bahnhof in Westerfilde war großräumig abgesperrt. Die Polizei lässt niemanden in die Nähe des Bahnhofs.
Daniel: Ich zücke deutlich früher als geplant das erste mal meinen MdL-Ausweis. Schnell wird klar, als Abgeordneter kommt man natürlich durch. Mit ein wenig Überzeugungskraft gelingt es uns, dass auch Sandra als Begleitperson mitkommen kann. Hierbei werden unsere Personalien festgehalten, was uns in den nächsten Tagen dazu veranlassen wird, eine entsprechende Anfrage an die Dortmunder Einsatzleitung abzuschicken, was mit den Daten passiert. Unsere Erfahrungen aus Hamburg sind ja eher negativ :D Mir ist nach wie vor unklar, was ich davon zu halten habe. Die Polizei möchte uns nicht zu den Gegenmaßnahmen, die größtenteils angemeldet wurden, durchlassen. Die Blockade auf dem S-Bahnhof wurde als Versammlung angemeldet. Warum dürfen wir nicht offiziell an dieser Versammlung teilnehmen??
Als die erste Rutsche Nazis aus der U-Bahn geführt wurden und an uns vorbei, lief dort eine Frau von mitte zwanzig her und versteckte ihr Gesicht hinter ihren Haaren. Ich musste ein bisschen lachen. Wenn man als Nazi/Demonstrant auf eine Nazi-Demo/Demo geht, dann doch, weil man zu 100% dahinter steht? Weil man den Menschen zeigen will: Wir und ich wollen genau DAS. Wir standen lange an der Westerfilderstraße und haben überlegt was wir tun können. Wie wir die Demo aufhalten können. Wir wir das alles abbrechen lassen können. Als fast einzige Möglichkeit sahen wir den Tunnel. Auch wurde eine Blockade angesprochen. Wir waren in diesem Moment 5 Leute. Eine Blockade von 5 Menschen kann nicht viel bewirken. Wenn wir blockieren gäbe es 3 Möglichkeiten: 1. die Polizei würde uns ggf. einkesseln und die Nazis an uns vorbei schleusen. 2. die Polizei fordert uns auf zu gehen und geht dann bei nicht erfüllen der Aufforderung in den letzten Punkt über 3. lässt die Straße räumen und trägt uns weg. Die Nazi Kundgebung war beendet. Die Nazis formierten sich und gingen einige Meter. Daniel setzte sich auf den Boden und schnell folgten die anderen 4 Menschen. Die Aktion war nicht im Vorfeld geplant und relativ spontan am Telefon abgesprochen. Die Grüne Landtagsabgeordnete Daniela Schneckenburger kam gerade zufällig vorbei und wir sagten, sie solle sich doch zu uns setzten, was sie auch tat.David verteilte "Nazis stoppen" Postenkarten an uns und der Nazizug stoppte.
Schnell füllte sich die Straße mit Pressefotografen, viele Medien berichteten darüber, dass Landtagsabgeordnete sich den Nazis in den Weg stellten. Verärgert waren wir über die Berichterstattung der Ruhrbarone, die das ganze als PR-Gag wertete. Ein PR-Gag von Menschen, die teilweise schon am Vorabend auf der Straße aktiv waren, die seit 9 Uhr auf den Beinen waren, die teilweise an der Organisation der Gegendemo beteiligt waren? Nein, wir taten dies aus Überzeugung, so wie wir an beiden Tagen an unterschiedlichen Aktionen beteiligt waren. Die bisherige Berichterstattung hierzu nervt und am Ende bleibt für uns nur die Gewissheit, das Richtige getan zu haben - auch wenn man sicher hätte ein wenig länger sitzen bleiben sollen. Aber womöglich können wir tausend mal sagen, wie es war und ihr werdet immer noch der Presse glauben.

Freitag, 28. Februar 2014

Zwei Kameras und viele Fragen - 2 Schritte weiter

Vor über einer Woche habe ich in Münster Kameras entdeckt.  
Ich berichtete hier.

Ein paar Tage darauf war ich schon einen kleinen Schritt weiter.
Ich berichtete hier.

Nach wie vor warte ich noch auf die Antwort der Datenschutzbeautragten der Stadt Münster. Ich glaube, das kann noch ein bisschen dauern. Schade.   

Frau Beck hat mir die Antworten auf ihre kleine Anfrage zu kommen lassen:

Wer hat die Kamera aufgestellt/angebracht?
Die Kamera wurde vom Grundstückseigentümer angebracht.

Steht Sie auf einer öffentlichen oder privaten Fläche?

Die Kamera steht nicht auf öffentlicher Fläche.

Welche Funktion/welchen Zweck hat die Kamera?

Mit der Kamera werden im Rahmen des Hausrechts ("verlängertes Auge") die Grundstückseinfriedung und der rückwärtige Gartenbereich überwacht. Ziel ist es Graffiti-Sprayer zu überführen, die in der Vergangenheit Schänden in Höhe von von rund 20.000 Euro an das Haus und Einfriedung verursacht haben.

Gibt es eine Genehmigung für die Aufstellung der Kamera?

Eine Genehmigung ist nicht erteilt, und auch nicht erforderlich. 


Schauen wir uns die Bilder noch mal an: Ich könnte, wenn ich dort ein Graffiti sprühen möchte, die Kameras einfach aus machen in dem ich sie zerstöre. Ich könnte sogar etwas drüber hängen. Und das ohne von den Kameras erfasst zu werden.

2005 ging es um eine Kamera. Die Kamera an der Garage kam wohl zwischen 2005 und 2014 dazu. 
Diese zweite Kamera wird sehr wohl öffentlichen Raum filmen, da sie auf den Gehweg vor der Garage gerichtet ist. 

Fr. Heuer sagte mir bereits beim letzten Telefonat, dass es strenge Auflagen für private Kameras gibt. Also müsste es, glaube ich, eine Genehmigung geben bzw. erforderlich sein.


Wir warten einfach weiter gespannt. 

Donnerstag, 20. Februar 2014

Zwei Kameras und viele Fragen - 1 Schritt weiter

Am Montag berichtete ich von Zwei Kameras und viele Fragen.

Heute bin ich kleine Schritte weiter.
Ich habe in den letzten Tagen versucht die Datenschutzbeauftragte der Stadt Münster telefonisch zu erreichen. Da das nicht geklappt hat, habe ich darauf hin Frau Beck, der Ratsdame der SPD, eine Mail geschrieben und nach gefragt.

Gestern bekam ich folgende Antwort:


Heute habe ich die Datenschutzbeauftragte der Stadt Münster, Frau Heuer, erreicht.
Diese sagte, dass es strenge Auflagen für private Kameras gibt, die öffentlichen Raum filmen. Zu recht.

Sie wird das ganze überprüfen und sich dann bei mir melden.

Ich muss sagen ich bin sehr, sehr, sehr gespannt. 


(Mit Fr. Beck ist abgesprochen, dass ich den Screenshot ihrer Mail hier veröffentlichen darf)